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Gräfs daheim eine Macht
24.08.2009 - FLONHEIM
Von Martin Gebhard Allgemeine Zeitung
RALLYE MSC-Team gewinnt in Flonheim zum sechsten Mal / Jens-Erik Brack scheidet mit Getriebeschaden aus
Als ob die 38 Jahre alte Pressereferentin des Motorsport-Club Alzey nicht schon genug zu tun gehabt hätte. Jedes Jahr engagiert sich die Rallye-Copilotin Sandra Gräf in einer Schar von rund 200 Ehrenamtlern für die mehrere Monate vorzubereitende ADAC-MSC-Rallye Alzey in und um Flonheim. Für weit über 100 Motorsportasse aus einem großen süddeutschen Raum, aber auch aus dem Ausland, stand dieser Event auch am Samstag ganz weit oben auf der Prioritätenliste ihrer sportlichen Ambitionen.
Und als ob ihre Fahrt im Zach Audi A3, mit einem 150 PS starken 1,8 Liter Turbomotor, auf den Asphaltpisten nichts Besonderes gewesen wäre, stand Sandra Gräf nur wenige Minuten später der schreibenden Zunft Rede und Antwort. Und das, wie gewohnt, ausgesprochen gerne: Denn immerhin gewann die Alzeyerin diesen Wettbewerb an der Seite ihres Fahrers und Ehemanns Gernot (41) in der Gruppe G, Klasse 19. "Es war jetzt das sechste Mal", strahlte sie. Will heißen: Nur zwei Mal stand Gräf bei dieser traditionellen Rallye nicht ganz oben auf dem Treppchen.
"Und es war die erste trockene Veranstaltung", freute sich MSC-Vorsitzender Uwe Ramb. Denn in den vergangenen Jahren hatten stellenweise nasse Pisten für ein erhöhtes Unfallrisiko gesorgt. "Es ist alles reibungslos und vor allem ohne Blessuren abgegangen", zeigte sich der 47-Jährige einmal mehr erleichtert. Dabei sah Ramb darüber hinweg, dass bei einer solchen Belastung der Fahrzeuge Schäden an der Antriebswelle nichts Außergewöhnliches sind. So musste die Enttäuschung von Jens-Erik Brack, der in der Gruppe F05, Klasse 3, gestartet war, dennoch groß gewesen sein, auch wenn sich dies der 21-Jährige nicht anmerken ließ. Hatte der Flonheimer als Co-Pilot an der Seite von Christian Paulus aus Schmelz im Honda Civic Type-R die erste Wertungsprüfung auf der 5,1 Kilometer langen Strecke in der Gemarkung Bermersheim/Lonsheim noch in Bestzeit absolviert, so war bereits in der zweiten von sechs Prüfungen, die ihn auch an die 6,1-Kilometer-Sprintstrecke an den Kreisel von Flonheim geführt hätten, Endstation. Denn: "Wir sind angefahren mit Getriebeschaden".
Zahlreiche Zuschauer sahen überaus anspruchsvolle Prüfungen mit atemberaubenden Aktionen. Jede Minute heulten die Motoren auf, schossen die getunten Fahrzeuge mit quietschenden Reifen aus einer mächtigen Staubwolke auf die Strecke, bei der zahlreiche enge Kurven, Unebenheiten und nicht zuletzt eine Kuppe, welche die Autos mehrere Meter in die Lüfte hob, echte Herausforderungen darstellten.
Nicht nur jene 43 Teams, die bei der Hauptveranstaltung über die Pisten rauschten begeisterten. Auch die 36 Teams bei der Parallelveranstaltung, zogen die Motorsportfans in den Bann. Bei dieser so genannten Retro-Rallye mit mindestens 20 Jahre alten historische Fahrzeugen, wie legendären Opel "Mantas" oder Ford "Knochen-Escorts", mussten die Teams die Aufgaben in Gleichmäßigkeitsprüfungen bewältigen. Hier kam es darauf an, bei Zeitvorgaben möglichst punktgenau im Ziel anzukommen.
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